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Am
Sonntag bot dieses Zeugnis aus den
Anfängen des automobilen Zeitalters die
perfekte Kulisse für die mehr als 50 an
einem Oldtimer-Konvoi teilnehmenden
Fahrräder, Motorräder und Pkw. Bei der
Veranstaltung „Auf Rädern und Reifen“
zogen sie magisch die Blicke der Besucher
auf sich und begeisterten sie aufs
Höchste.
Der belgische Mineralölkonzern Fina traf
in den 1950er- bis 70er-Jahren mit seiner
Werbekampagne ‚Happy Holidays‘ genau den
Nerv der Zeit all jener Deutschen, die es
mit dem eigenen Auto in die Ferne zog.
Das starke Wirtschaftswachstum habe in
den 1950er- und 60er-Jahren zu einem
starken Ausbau der Straßen und des
Tankstellennetzes bei parallel massiv
gesteigerter Autoproduktion geführt.
„Über ein Treuepunktesystem waren an den
Tankstellen Werbeartikel erhältlich“,
steht auf den Tafeln geschrieben, die bei
der Tankstelle stehen zum Nachlesen.. Aufblasbare Schlauchboote oder
Luftmatratzen waren sehr begehrt.
Aber
nicht alle konnten ins Ausland verreisen,
waren somit im eigenen Land unterwegs.
Davon profitierte auch der
kleinere
Orte wie Lichenroth im Vogelsberg.
„Die Menschen waren auf der Suche nach
dem ländlichen Idyll, einem Gegenbild zu
den im Wiederaufbau begriffenen
Großstädten“, erfahren die Besucher.
„Gerade am südlichen Rand des Vogelsbergs
bedingte sich der Bedarf der Touristen an
Gasthäusern und Tankstellen gegenseitig.“
Mehr noch: Tankstellen boten den
Einheimischen die Option für den Kauf von
Waren des täglichen Bedarfs, weildie
Öffnungszeiten andere waren als die beim
Tante Emma Laden.
Auch die Betreiberfamilie der
Fina-Tankstelle bot schon früh ein
übersichtliches Sortiment an Eis,
Süßwaren und Spirituosen an. Der Blick ins
Kassenhäuschen weckt ebenso die
Erinnerungen an damals wie der auf die Zapfsäulen, wo noch der Preis von
92,1 Pfennig pro Liter zu lesen ist, als die Tankstelle
geschlossen wurde |